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David Preradovic

David Preradovic

David

Augsburg, ein ruhiger Vormittag im Kundencenter. David sitzt hinter dem Schalter, die Hände locker im Schoß und spricht über seinen Job als Springer bei der Transdev Vertrieb GmbH (TDV). Heute hat er Zeit. Ein seltener Luxus, denn an anderen Tagen ist er z.B. für den Standort Donauwörth allein zuständig, wo der Verkehrsknotenpunkt Nordschwabens keine Pause kennt. Doch heute, mit zwei Kollegen im Rücken, kann er – als eines der Gesichter der Transdev Vertrieb – etwas über die Stelle des „Springers“ erzählen.

David ist seit August bei der TDV und ist bereits fertig eingearbeitet. „Ich lerne schnell. Eine Aufgabe muss ich einmal machen, dann sitzt sie.“ Dass er zuvor nicht im Verkehrsbereich gearbeitet hat, spielte keine Rolle, denn der Umgang mit Kunden ist ihm vertraut. Nur die Systeme und Tarife galt es zu meistern. Nach einem Monat saß er sicher im Sattel seiner neuen Position und konnte so gut wie jede Kundenfrage beantworten. Falls nicht, gibt es Kollegen, die seit Jahren dabei sind und selbst Spezialfragen zu beantworten wissen.

Als Springer ist er für drei Kundencenter im Einsatz, von denen jedes seine eigenen Angebote und Anforderungen hat. In Augsburg gibt es ein Fundbüro, in Donauwörth hingegen den Verkauf von Fernverkehr. Während er heute innerhalb einer Stunde nur einen Kunden bediente, tobt in Donauwörth wahrscheinlich der Kundenverkehr. Trotz der 20.000 Einwohner ist dort immer viel zu tun. Die Stadt ist ein Knotenpunkt: Sowohl Fernverkehr als auch Regionalzüge laufen hier zusammen. Wer aus Süddeutschland kommt oder dorthin will, muss fast zwangsläufig in der Kreisstadt umsteigen.

Die Mischung aus Ruhe und Hektik macht ihn glücklich. Auf die Tage, an denen Baustellen das Bahnnetz lahmlegen und gestresste Reisende an seinen Schalter strömen, könnte er allerdings verzichten. Nach solchen Tagen ist der Dienstwagen sein größter Verbündeter. Die mitunter langen Fahrten zwischen den Standorten und seinem Heimatort sind für den Autoliebhaber eine Chance zum Abschalten. Bis zu 65 Kilometer legt er pro Strecke zurück.

Da muss das Privatleben selbstverständlich mitspielen. Bald wird das jedoch schwieriger: Seine Frau ist in Elternzeit und die zweijährige Tochter wird immer lebendiger. „Wenn sie in die Kita kommt und meine Frau wieder arbeitet, brauche ich mehr Kontinuität.“

Als Springer vertritt er Kolleginnen und Kollegen im Urlaub oder bei Krankheit. Deswegen reagiert er recht spontan auf offene Schichten und damit verbundenen Kundengruppen. Morgens sind es Schüler, dann Pendler und abends die Leute, die in Bayern auf die unzähligen Volksfeste strömen. „Das Oktoberfest, der Plärrer, Sommernächte, Weihnachtsmärkte … in Bayern ist immer was los. Dann strömen viele Lederhosen zu meinem Schalter. Aber niemand war unfreundlich“, sagt er. „Selbst wenn sie betrunken sind, bleibt der Ton respektvoll.“ Er wirkt ein bisschen erstaunt bei der Erinnerung an die vergangenen Monate. David mag das Gespräch mit den Kundinnen und Kunden, da er nicht aggressiv das profitabelste Produkt verkaufen soll: „Hier geht es darum, das beste Ticket zu finden, nicht das teuerste.“ Manche Reisende nehmen sich Tage vor der eigentlichen Reise Zeit für eine Beratung, andere vertrauen ihm in der Reisehektik blind. „Die meisten wollen einfach nur schnell weiter.“

David sorgt mit seiner Flexibilität dafür, dass Kolleginnen und Kollegen krank werden können, aber Kundinnen und Kunden in seinem Einsatzgebiet zu den gewohnten Öffnungszeiten sicher sein können, jederzeit ein passendes Ticket zu bekommen.

Ist das nicht anstrengend, David, vor allem mit deiner Kleinen, die nachts doch häufiger mal wach wird? „Dann leidet der Schlaf“, sagt er lächelnd. „Aber das ist es wert.“